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Aktuelle Informationen

aktuelle Rundgänge

Rundgänge 2021

Die Geschichtswerkstatt in Corona-Zeiten

Seit dem 3. Juni ist unsere Tür wieder donnerstags von 17 bis 19 Uhr für Besucher geöffnet. Interessierte können sich dann vor Ort über unseren Stadtteil informieren und in unserem umfangreichen Bücher- und Fotoarchiv stöbern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Maskenpflicht gilt aber weiterhin.

Seither können wir auch wieder unsere Rundgänge durchzuführen. Solle es pandemiebedingt dennoch zu kurzfristigen Absagen kommen, informieren wir Sie an dieser Stelle.

Die für 2021 noch geplanten Termine entnehmen Sie bitte unserer Rundgang-Seite oder unserem Jahresflyer. Alle Termine finden mit begrenzter Personenzahl statt. Es gilt Mund-Nasenschutz-Pflicht und Einhaltung der AHA-Regeln. Ein Anmeldung vorab ist erforderlich; per Mail oder telefonisch 040/571 386 36 (AB).

Lesung »Für Deutschland fielen?«

An der Außenalster – eine Gedenktafel auch für einen Kindersoldaten

Wahrscheinlich haben diese Gedenktafel an der großen Alsterwiese Schwanenwik nur wenige vor Augen, aber sie steht dort seit Ende der 40er Jahre. Hier heißt es:

Für Deutschland fielen
auf der Alster
Ogfr. Böhmer
25.7.43
Uffz. Poggel
Lwh Schopper
30.7.43

Im 2. Weltkrieg war die Binnenalster zur Tarnung überbaut und auf der Außenalster befanden sich zwei Flakinseln. Da nach der Niederlage von Stalingrad 1942/43 200.000 Angehörige der Luftwaffe für den Bodeneinsatz an der Ostfront gebraucht wurden, verkündete Göring, dass die Schüler Deutschlands zur Verfügung stünden, um als Luftwaffen- und Marinehelfer die Lücken zu füllen.

In Hamburg fanden am 9.2.1943 in 43 Schulen um 16.30 Uhr Elternversammlungen statt, auf denen die Eltern über den Einsatz ihrer Kinder informiert wurden. Die Schüler  wurden in Baracken untergebracht, durften einmal in der Woche nach Hause und alle 14 Tage für ein Wochenende. Hinzu kam ein Urlaub von 14 Tagen. Schulferien hatten sie  nicht mehr.

Der Jahrgang 1926 war der erste, der eingezogen wurde. Sie erhielten eine kurze Ausbildung von sechs Wochen. 1944 waren zwischen 56.000 und über 70.000 Jugendliche im deutschen Reich im Einsatz, insgesamt sollen es 200.000 gewesen sein. Sie erhielten als Lohn 50 Reichspfennige pro Tag. Diese Jungen im Alter von 15/16 Jahren erlebten somit auch den Hamburger Feuersturm im Juli 1943: Kinder im Krieg.

Zurück zur Tafel: Drei Namen sind hier zu lesen. Die ersten beiden sind Männer der Jahrgänge 1915 bzw. 1905 – der eine 28, der andere 38 Jahre alt. Der dritte ist Hans-Wolfgang Schopper, Jahrgang 1927, also 16 Jahre jung, Schüler der Oberschule für Jungen in der Armgartstraße. Sie starben auf der Flakinsel während der Operation Gomorrha, des Hamburger Feuersturms.

Sprache wie Gestaltung des Gedenksteins irritieren, da nichts auf den Ursprung, den historischen Hintergrund geschweige denn eine kritische Auseinandersetzung mit dem Einsatz von Kindern im 2. Weltkrieg hinweist. Für Deutschland fielen?

Dieser Frage möchten wir mit einer Lesung nachgehen und laden dazu am 1. September 2021, dem Antikriegstag, um 18.00 Uhr an der Gedenktafel ein.

Andrea Gottschalk in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt St.Georg
Zur Findung des Ortes: Google maps hat ihn aufgenommenen und mit einem Foto versehen. Gefallenengedenkstein Außenalster https://maps.app.goo.gl/spPxWpaF1QkXXVJr9.

Esther Bejarano 1924 - 1921

Zum Tode von Esther Bejarano hat die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Hamburg folgende Erklärung veröffentlicht, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten:

Liebe Freundinnen und Freunde,

Heute Nacht ist unsere Ehrenpräsidentin Esther Bejarano ruhig und friedlich eingeschlafen.

Wir alle kannten Sie als eine Frau von großer Entschiedenheit und geradezu unglaublichem Elan, die viele von uns noch bis vor kurzem auf der großen Bühne erleben durften. Zuletzt saß sie am 8. Mai auf unserer kleinen Bühne im Hamburger Gängeviertel und erzählte von ihrer Befreiung am 3. Mai 1945 durch Soldaten der Roten Armee und der US-Armee, die kurz nacheinander in der kleinen Stadt Lübsz eintrafen. Dort hatte Esther mit einigen Freundinnen aus dem KZ Ravensbrück Unterschlupf gefunden, nachdem sie gemeinsam dem Todesmarsch entflohen waren.

Wenige Tage zuvor, am 3. Mai, den sie ihren zweiten Geburtstag nannte, hat Esther sich noch mit einer Video-Botschaft zum Tag der Befreiung an uns alle gewendet. Darin bezog sie noch einmal deutlich Stellung zu aktuellen Auseinandersetzungen in der Stadt Hamburg und im ganzen Land. Obwohl sie dabei schon im Rollstuhl saß, waren ihre Worte klar und ihre Stimme kräftig:

Esther Bejarano – Wir sind da! Meine Befreiung im Mai 1945 und meine Hoffnungen.

Wir verdanken Esther viel; sie war immer da, wenn wir sie brauchten.

Als 1990 zum ersten Mal ein Bundessprecher:innenkreis gewählt werden sollte und dafür Personen gesucht wurden, die Tradition und "Neuanfang" verkörperten, stand sie dafür zur Verfügung und wurde eine unserer ersten Bundessprecherinnen in einer Zeit, in der wir der Diffamierung des Antifaschismus als "diskreditiert" und "überkommen" entgegentreten mussten. Sie hat einen großen Anteil daran, dass das gelungen ist.

Zum 50. Geburtstag der VVN richtete sie zusammen mit Peter Gingold einen bewegenden "Appell an die Jugend": https://perlavitamovie.files.wordpress.com/2013/08/appell-an-die-jugend-vers-2005-esther-bejarano-und-peter-gingold-doc.pdf

Als im November 2019 das Finanzamt für Körperschaften in Berlin unsere Gemeinnützigkeit bestritt, schritt sie mit ihrem flammenden Appell an Olaf Scholz "Das Haus brennt und Sie sperren die Feuerwehr aus" ein und verbreiterte die öffentliche Debatte. Damit hat sie wesentlich zu unserem Erfolg in dieser Auseinandersetzung beigetragen.

Nun ist die unermüdliche "Zeitzeugin" gegen Vergessen des historischen und Verharmlosen des aktuellen Faschismus, Mahnerin und Kämpferin für Menschenrechte, Frieden und eine solidarische Gesellschaft von uns gegangen. Sie wird uns fehlen, vielen von uns auch als verlässliche Freundin.

Wir denken an sie in Dankbarkeit, Trauer und Liebe.

Nehmen wir ihre letzte öffentliche Botschaft als Vermächtnis und arbeiten wir weiter daran, dass der 8. Mai endlich auch in Deutschland ein Feiertag wird, so wie sie es in ihrer Rede am 3. Mai noch einmal vorgetragen hat:

"Ich fordere: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes. Am 8. Mai wäre dann Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken: Über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und Schwesterlichkeit."

VVN-BdA Hamburg

Op'n Padd in St. Georg

Sonntags morgens wird bei NDR 90,3 Plattdeutsch gesprochen. Bei der Ausgabe am 13.6.2021 von »Wi snackt platt« ging es eine halbe Stunde lang um unseren Stadtteil.

Für diejenigen, die Platt verstehen oder es mal probieren wollen, gibt's die Sendung im Archiv des NDR zum Nachhören.

Stolpersteine Ausstellung Online

Vor 10 Jahren haben wir mit der Veranstaltungsreihe »verschleppt - ermordet - vergessen« (Programm) den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Hierzu wurden an 20 Orten im Stadtteil Plakate angebracht, die an Menschen erinnern, die dort gelebt oder gearbeitet haben. Zum 10-jährigen Jubiläum möchten wir Ihnen diese Ausstellung nun online anbieten, um das Andenken an diese Personen aufrecht zu erhalten. Alle Plakate mit Kurzbiografien finden Sie auf unserer Stolperstein Seite.

Schaufensterausstellung

Das Stadtteilbüro der Geschichtswerkstatt war monatelang Corona-bedingt für Interessierte nicht geöffnet; Live-Veranstaltungen konnten nicht durchgeführt werden. Aus diesem Grund haben wir unser Schaufenster am Hansaplatz 9 genutzt, um anstelle von Veranstaltungshinweisen St. Georger Geschichte zu präsentieren.

Thematisiert wurde beispielsweise die 400jährige Geschichte des »Nähmaschinenhauses« in der Langen Reihe. Ferner gab es Anregungen, Erläuterungen und Bilder zu einem individuellen Rundgang zu Kunstwerken im öffentlichen Raum St. Georgs. Und natürlich haben wir anlässlich des 8. Mai, des Tages der Befreiung vom Nationalsozialismus, der Lebensgeschichten von NS-Opfern gedacht, für die rund um den Hansaplatz Stolpersteine verlegt wurden.

Die Gestaltung der Schaufenster wollen wir weiter fortführen. Seien Sie neugierig und werfen Sie hin und wieder mal einen Blick auf neue Ausstellungen und Informationen im Fenster unseres Stadtteilbüros am Hansaplatz 9.

Homepage Update

Unseren regelmäßigen Besuchern ist es sicherlich gleich aufgefallen. Hier sieht doch plötzlich alles ganz anders aus?!

Wir haben nicht nur Online-Frühjahrsputz gemacht, sondern gleich eine komplett neue Technik an den Start gebracht. Diese ermöglicht es, unsere Angebote noch klarer zu kommunizieren und unsere Informationen leichter auffindbar zu machen.

Probieren Sie es doch gleich aus. Viele Überraschungen erwarten Sie unter den einzelnen Menüpunkten.

Viel Spaß beim Entdecken!

Kiek Mol! Programm 2021

Kiek Mol! 2021

Das neue »Kiel Mol!« für 2021 ist da. In normalen Zeiten enthält diese Broschüre eine Übersicht über sämtliche Veranstaltungen, die die Hamburger Geschichtswerkstätten im Laufe eines Jahres anbieten. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Unsicherheit, ob überhaupt Veranstaltungen stattfinden können, beschränkt sich die aktuelle Ausgabe auf eine Vorstellung der einzelnen Geschichtswerkstätten.

Ob bzw. welche Veranstaltungen dieses Jahr von den verschiedenen Geschichtswerkstätten durchgeführt werden, entnehmen Sie bitte den Homepages der einzelnen Einrichtungen.

Rundgang auf eigene Faust

Kunst am Wegesrand

Obwohl wir derzeit keine Führungen anbieten, kann sich jeder selbständig auf den Weg machen, die Kunst am Wegesrand in St. Georg zu bestaunen und sich darüber zu informieren. Wir wünschen viel Spaß und hoffen, euch bald bei einem Rundgang mit vielen Teilnehmern wiederzusehen. Klicken Sie einfach auf unser Plakat und schon geht die Reise los.

Zum Rundgang gelangen Sie über einen Klick auf den Flyer rechts. Sie können ihn aber auch als PDF zum Ausdrucken und Mitnehmen downloaden.

Kunst am Wegesrand

Geburtstag

Unsere Geschichtswerkstatt wurde am 6. Dezember 2020 30 Jahre alt.

Zu diesem Jubiläum haben wir eine kleine Broschüre erstellt, die hier als Download (PDF-Datei, 750 kB) bereitsteht. Viel Spaß bei der Lektüre.

Forum Kollau

Das Forum Kollau – die Geschichtswerkstatt für die Stadtteile Lokstedt, Niendorf und Schnelsen, hat die Pandemiezeiten gut genutzt und eine Idee entwickelt: einen Aufruf, in den Schubläden, auf den Böden und in den Kellern nach schlummernden Materialien zur Stadtteil-, Haus-, Vereins-, Familiengeschichte usw. Ausschau zu halten und sie der Geschichtswerkstatt zur Archivierung bzw. Digitalisierung zumindest vorübergehend zur Verfügung zu stellen.

Wir machen uns diese Anregung als St. Georger Geschichtswerkstatt gerne zu eigen und rufen dazu auf, Erinnerungen aller Art und damit die Stadtteilgeschichte zu sichern und bei uns »vorbeizubringen«.

Mehr dazu ist dem Papier des Forums Kollau (PDF-Datei) vom Januar 2021 zu entnehmen.

Forum Kollau