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aktuelle Rundgänge

Enthüllung der Gedenktafel für Otto Meissner

Nach mehrjährigen Bemühungen schließen wir in Bälde ein Projekt ab, das uns - der Geschichtswerkstatt St. Georg e.V. - sehr am Herzen liegt: die Anbringung bzw. Enthüllung einer Gedenktafel für Otto Meissner (1819-1902) aus Anlass seines 120. Todestages. Meissner war neben Julius Campe der bedeutendste Hamburger Verleger des 19. Jahrhunderts, dem u.a. die Veröffentlichung des Marxschen Hauptwerks "Das Kapital" (1867) und viele weitere Werke und Hamburgensien (z. B. "Hamburg und seine Bauten", 1890) zu verdanken sind. Wir haben einige Informationen in einem PDF zusammengefasst, einem Blatt, das dieser Tage als Quasi-Einleger in der Stadtteilzeitung "Der lachende Drache" flächendeckend in St. Georg verbreitet wird.

Warum die Geschichtswerkstatt die Gedenktafel in St. Georg anbringen wird? Otto Meissner und seine Familie haben ab 1856 in diesem Stadtteil gelebt, ab 1861 im erworbenen Haus Gurlittstraße 31. Dort werden wir auch die Gedenktafel anbringen, ein Werk, das die St. Georger Bildhauerin Ricarda Wyrwol geschaffen hat. Eine Ansicht (des Entwurfs) der Meissner-Gedenktafel, aber auch Fotos von Ricarda Wyrwol und des Hausbesitzers Dr. Kay H. Kohlhepp, finden sich im o. g. PDF.

Und jetzt kommt der eigentliche Höhepunkt, wir möchten Sie und Euch einladen, dem kleinen feierlichen Akt beizuwohnen:

Einladung zur Einweihung bzw. Enthüllung der Meissner-Gedenktafel
Samstag, 2. Juli 2022, 14.00 Uhr, Gurlittstraße 31
Mit Ricarda Wyrwol (Künstlerin), Dr. Kay H. Kohlhepp (Hausbesitzer, deutsch-französischer Verleger), Dr. Jürgen Bönig (Meissner-Biograph), Rolf Becker (Schauspieler), Werner Frömming (ehemals Kulturbehörde, Abteilung Stadtteilkultur) und Michael Joho (Geschichtswerkstatt St. Georg)
Während der Veranstaltung wird die eigens zu diesem Ereignis verfasste Geschichtswerkstatt-Broschüre "Otto Carl Meissner und St. Georg" ausgegeben

An diesem 2. Juli wird es zuvor, d. h. um 10.30 und 11.45 Uhr, jeweils eine einstündige Besichtigungsmöglichkeit der Werkstatt von Ricarda Wyrwol in der Koppel 76 geben. Bitte melden Sie sich an, wenn Sie an der Gedenktafel-Einweihung um 14.00 Uhr bzw. einer der beiden Besichtigungen teilnehmen wollen, am besten per E-Mail oder per Anruf unter 040/571 386 36 (AB).

Wir freuen uns auf Reaktionen und Beteiligung, Spenden sind hochwillkommen.

DENK MAL VOR ORT 2022

Am 7. & 8. Mai findet die diesjährige Veranstaltungsreiche DENK MAL AM ORT (DMAO) statt, bei der auch die Geschichtswerkstatt St. Georg mit einem Rundgang teilnimmt.

DMAO erinnert an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. 2022 findet DMAO in Frankfurt, München, Hamburg und Berlin statt. An den authentischen Wohn- und Lebensorten unserer ehemaligen Nachbar*innen: im Haus, im Garten, in der Schule, im Sportverein oder vor dem Wohnhaus. Haus- und Wohnungstüren werden geöffnet, die Namen unserer ehemaligen Nachbar*innen, Bruchstücke ihrer Biografien, Verfolgungs- und Fluchtgeschichten werden sichtbar in Gesprächen, Lesungen, Texten, Filmen und Musik.

DMAO findet jedes Jahr am ersten Wochenende, das auf den Jahrestag der Kapitulation der jeweiligen Stadt folgt, statt.

Nähere Infos und das Gesamtprogramm für Hamburg finden Sie hier [pdf].

Tag der Geschichtswerkstätten 2022

Am 24. April findet der diesjährige Tag der Geschichtswerkstätten statt.

Selbstverständlich ist auch die Geschichtswerkstatt St. Georg wieder mit einem kleinen Programm vertreten.

Neben einem Rundgang, einer Lesung und einer Filmvorführung empfangen wir alle Interessierte mit Kaffee und Kuchen und laden ein zum Stöbern in unseren Beständen.

Die Veranstaltungen finden im Rahmen der Woche des Gedenkens im Bezirk Hamburg-Mitte (20.04.-08.05.2022) statt. Näheres dazu finden Sie hier.

Wir freuen uns auf Sie.

Auch unsere KollegInnen der anderen Hamburger Geschichtswerkstätten bieten jede Menge interessante Veranstaltungen zum Tag der Geschichtswerkstätten an. Hier das Gesamtprogramm.

Kiek Mol! 2022

Das neue Kiek mol! ist da. Darin enthalten sind wieder viele interessante Rundgänge, die von den Hamburger Geschichtswerkstätten in den verschiedenen Stadtteilen angeboten werden. Viel Spaß beim Schmökern.

Liebe Freundinnen und Freunde der Geschichtswerkstätten,

die Corona-Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen. Wir mussten in den letzten zwei Jahren viele Veranstaltungen absagen und unsere Einrichtungen teilweise über Monate schließen.

Doch hinter den Kulissen waren wir nicht untätig. Ein Ergebnis haben Sie gerade in der Hand: Das jährliche Rundgangsprogramm Kiek mol! erscheint nach mehr als 30 Jahren
nun in einem neuen Design. Auch unsere Website www. geschichtswerkstaetten-hamburg.de wird derzeit komplett neu gestaltet und steht kurz vor der Fertigstellung. Und nun möchten wir mit Elan und Optimismus in die Saison 2022 starten: In diesem Programm sind schon einmal 182 Rundgänge zu finden. Die Themenpalette reicht von Stadtteilentwicklung und Architektur bis zu Literatur und NS-Geschichte. Die Touren führen durch Parks, in alte Luftschutzbunker, durch unbekannte Stadtviertel und mitten in die Natur.

Nicht alle Geschichtswerkstätten hatten bis zur Drucklegung dieses Heftes ihre Rundgänge fertig geplant. Informieren Sie sich am besten direkt in Ihrem Stadtteil, welche
Veranstaltungen im Laufe des Jahres hinzukommen (und welche ggf. abgesagt werden müssen).

Der jährliche Tag der Geschichtswerkstätten soll künftig im Frühjahr stattfinden und damit die Freiluft-Saison der beliebten Stadtteilrundgänge einläuten. Am 24. April ist es soweit: Viele Einrichtungen öffnen zeitgleich ihre Türen und bieten kostenlose Veranstaltungen an.

Erkunden Sie mit uns die Geschichte der Hamburger Stadtteile!

Christian Römmer, Vorsitzender Geschichtswerkstätten Hamburg e. V

Antrag der Geschichtswerkstatt St. Georg e.V. für die Sitzung des Stadtteilbeirats St. Georg am 23.2.2021

St. Georg hat eine reiche, mehr als 800 Jahre währende Geschichte, die mindestens zur Hälfte von Frauen geprägt wurde. Doch tatsächlich spiegelt sich das im Stadtteilalltag, konkret in der Benennung von Straßen, Plätzen, Parks und Brücken in so gar keiner Weise wider.

Den auf männliche Personen zurückgehenden 31 Ortsbezeichnungen Adenauerallee, Alexanderstraße, Altmannbrücke, August-Bebel-Park, Barcastraße, Baumeisterstraße, Böckmannstraße, Brockesstraße, Bülaustraße, Carl-Legien-Platz, Carl-von-Ossietzky-Platz, Ernst-Merck-Brücke, Ernst-Merck-Straße, Ferdinand-Beit-Straße, Gurlittstraße, Hachmannplatz, Helmuth-Hübener-Gang, Jürgen-W.-Scheutzow-Park, Julius-Kobler-Weg, Kennedybrücke, Knorrestraße, Nagelsweg, Kurt-Schumacher-Allee, Rautenbergstraße, Repsoldstraße, Robert-Nhil-Straße, St. Georgs Kirchhof, St. Georgstraße, Schmilinskystraße, Schweimlerstraße, Westphalensweg stehen lediglich drei weibliche Namen gegenüber:

  • seit 1948 die Ellmenreichstraße, benannt nach Franziska Ellmenreich (1847-1931), einer bekannten Schauspielerin und Mitbegründerin des Deutschen Schauspielhauses;
  • seit 2011 der Heidi-Kabel-Platz (1914-2010), benannt nach der bekannten Schauspielerin des niederdeutschen Ohnsorg-Theaters;
  • seit 2013 der Platz Am Mariendom…

Damit haben von insgesamt 88 benannten „Verkehrsflächen“ in St. Georg 31 männliche und 3 weibliche Bezeichnungen, nicht einmal zehn Prozent, von Namen von Migrantinnen und Einwanderern einmal ganz abgesehen. Zeit also, dieses Missverhältnis zu verändern.

Die Geschichtswerkstatt St. Georg e.V. beantragt hiermit, den zwischen der Ernst-Merck-Straße und dem Ferdinandstor verlaufenden, bisher unbenannten Fußweg als Inge-Stolten-Weg neu einzubenennen.

Inge Louise Stolten (* 23. März 1921 in Hamburg; † 4. Mai 1993 ebenda) war eine deutsche Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Politikerin. Während der NS-Zeit gehörte sie dem passiven Widerstand im Umkreis der Weißen Rose Hamburg an. Durch eine Tuberkuloseerkrankung als Schauspielerin berufsunfähig, veröffentlichte sie ab 1956 zahlreiche Schriften und Rundfunkbeiträge zu verschiedenen gesellschaftspolitischen Themen sowie autobiographische Werke. Sie war die Großnichte von Otto Stolten und zweite Frau von Axel Eggebrecht.   (Wikipedia-Eintrag zu Inge Stolten, abgefragt am 1.2.2022, https://de.wikipedia.org/wiki/Inge_Stolten)

Inge Stolten ist 1921 in St. Georg geboren worden und in der Koppel aufgewachsen. Sie stammte aus einem sozialdemokratischen Arbeiterhaushalt, spielte hinterm Schauspielhaus, ging auf die Mädchenschule in der Koppel, machte 1939 Abitur, wurde aber wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ nicht zum Studium zugelassen, absolvierte ab 1940 eine Schauspielausbildung und war danach am Deutschen Schauspielhaus engagiert. Als Gegnerin der Nazis tauchte sie in den letzten Kriegstagen unter, kehrte anlässlich der Kapitulation aber in die Stadt zurück und wurde noch am Tag der Befreiung als Dolmetscherin für die britische Militärregierung in St. Georg tätig. Über diese frühen Jahre hat Inge Stolten etliche Schriften verfasst und sich in Interviews oftmals dieser Zeit erinnert. Nicht zufällig gehörte sie in den ersten beiden Jahren dem Vorstand der St. Georger Geschichtswerkstatt an.

Nach 1945 war Inge Stolten zunächst einige Jahre als Theater- und Film-Schauspielerin engagiert, musste wegen einer schweren Erkrankung ihren Beruf 1956/57 allerdings aufgeben. In diesen Jahren wurde sie beim NWDR Hörspiel- und Synchronsprecherin und war bald eine angesehene, bekannte Journalistin für Radio und Fernsehen und publizierte verschiedene Sachbücher. Inge Stolten gehörte damit zu den markantesten demokratischen Persönlichkeiten des westdeutschen Nachkriegs-Journalismus. Bereits 1954 hatte sie den NWDR-Mitbegründer Axel Eggebrecht (1899-1991) kennengelernt, mit dem sie – nach langer Skepsis gegenüber einer Hochzeit – ab 1982 auch verheiratet war. In den letzten Jahren ihres (gemeinsamen) Lebens engagierten sich die beiden in der PDS, um sich damit vor allem gegen „das Überrollen der DDR“ und nationalistische Bestrebungen zu engagieren.

Inge Stoltens inzwischen erschlossener, umfangreicher Nachlass befindet sich heute in der Staats- und Universitäts-Bibliothek Carl von Ossietzky. Im „Garten der Frauen“ auf dem Ohlsdorfer Friedhof trägt ein Gedenkstein auch ihren Namen. Mit der Einbenennung eines Weges nach Inge Stolten soll dieser aufrechten, kritischen Zeitzeugin an ihrem Geburtsort Hamburg-St. Georg gedacht werden.

Eingereicht am 3.2.2022

„Verkehr(te) Welt“ – ein Aufruf zur Beteiligung

„Verkehr(te) Welt“, so lautet der Titel des neuen Jahresprojekts der St. Georger Geschichtswerkstatt*.

Wir rufen hiermit dazu auf, Ideen und Angebote für Veranstaltungen, Performances, Theater, Musik, Gesang und was immer Ihnen und Euch für die Straße, die Bühne, das Netz usw. dazu einfällt, beizutragen.

Nähere Informationen und die Möglichkeit, sich einzubringen, gibt es hier.

Lesung »Für Deutschland fielen?«

An der Außenalster – eine Gedenktafel auch für einen Kindersoldaten

Wahrscheinlich haben diese Gedenktafel an der großen Alsterwiese Schwanenwik nur wenige vor Augen, aber sie steht dort seit Ende der 40er Jahre. Hier heißt es:

Für Deutschland fielen
auf der Alster
Ogfr. Böhmer
25.7.43
Uffz. Poggel
Lwh Schopper
30.7.43

Im 2. Weltkrieg war die Binnenalster zur Tarnung überbaut und auf der Außenalster befanden sich zwei Flakinseln. Da nach der Niederlage von Stalingrad 1942/43 200.000 Angehörige der Luftwaffe für den Bodeneinsatz an der Ostfront gebraucht wurden, verkündete Göring, dass die Schüler Deutschlands zur Verfügung stünden, um als Luftwaffen- und Marinehelfer die Lücken zu füllen.

In Hamburg fanden am 9.2.1943 in 43 Schulen um 16.30 Uhr Elternversammlungen statt, auf denen die Eltern über den Einsatz ihrer Kinder informiert wurden. Die Schüler  wurden in Baracken untergebracht, durften einmal in der Woche nach Hause und alle 14 Tage für ein Wochenende. Hinzu kam ein Urlaub von 14 Tagen. Schulferien hatten sie  nicht mehr.

Der Jahrgang 1926 war der erste, der eingezogen wurde. Sie erhielten eine kurze Ausbildung von sechs Wochen. 1944 waren zwischen 56.000 und über 70.000 Jugendliche im deutschen Reich im Einsatz, insgesamt sollen es 200.000 gewesen sein. Sie erhielten als Lohn 50 Reichspfennige pro Tag. Diese Jungen im Alter von 15/16 Jahren erlebten somit auch den Hamburger Feuersturm im Juli 1943: Kinder im Krieg.

Zurück zur Tafel: Drei Namen sind hier zu lesen. Die ersten beiden sind Männer der Jahrgänge 1915 bzw. 1905 – der eine 28, der andere 38 Jahre alt. Der dritte ist Hans-Wolfgang Schopper, Jahrgang 1927, also 16 Jahre jung, Schüler der Oberschule für Jungen in der Armgartstraße. Sie starben auf der Flakinsel während der Operation Gomorrha, des Hamburger Feuersturms.

Sprache wie Gestaltung des Gedenksteins irritieren, da nichts auf den Ursprung, den historischen Hintergrund geschweige denn eine kritische Auseinandersetzung mit dem Einsatz von Kindern im 2. Weltkrieg hinweist. Für Deutschland fielen?

Dieser Frage sind wir im Rahmen einer Lesung am 1.9.2021 (Antikriegstag) an der Gedenktafel nachgegangen.

Andrea Gottschalk in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt St.Georg
Zur Findung des Ortes: Google maps hat ihn aufgenommenen und mit einem Foto versehen. Gefallenengedenkstein Außenalster https://maps.app.goo.gl/spPxWpaF1QkXXVJr9.

Umfangreiche weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite des »Netzwerks Erinnerungskultur im Bereich der Nordkirche«; sowohl zur Geschichte des Gedenksteins (Unterpunkt Uhlenhorst) als auch zu der von uns veranstalteten Lesung (Punkt 18).

Esther Bejarano 1924 - 1921

Zum Tode von Esther Bejarano hat die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Hamburg folgende Erklärung veröffentlicht, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten:

Liebe Freundinnen und Freunde,

Heute Nacht ist unsere Ehrenpräsidentin Esther Bejarano ruhig und friedlich eingeschlafen.

Wir alle kannten Sie als eine Frau von großer Entschiedenheit und geradezu unglaublichem Elan, die viele von uns noch bis vor kurzem auf der großen Bühne erleben durften. Zuletzt saß sie am 8. Mai auf unserer kleinen Bühne im Hamburger Gängeviertel und erzählte von ihrer Befreiung am 3. Mai 1945 durch Soldaten der Roten Armee und der US-Armee, die kurz nacheinander in der kleinen Stadt Lübsz eintrafen. Dort hatte Esther mit einigen Freundinnen aus dem KZ Ravensbrück Unterschlupf gefunden, nachdem sie gemeinsam dem Todesmarsch entflohen waren.

Wenige Tage zuvor, am 3. Mai, den sie ihren zweiten Geburtstag nannte, hat Esther sich noch mit einer Video-Botschaft zum Tag der Befreiung an uns alle gewendet. Darin bezog sie noch einmal deutlich Stellung zu aktuellen Auseinandersetzungen in der Stadt Hamburg und im ganzen Land. Obwohl sie dabei schon im Rollstuhl saß, waren ihre Worte klar und ihre Stimme kräftig:

Esther Bejarano – Wir sind da! Meine Befreiung im Mai 1945 und meine Hoffnungen.

Wir verdanken Esther viel; sie war immer da, wenn wir sie brauchten.

Als 1990 zum ersten Mal ein Bundessprecher:innenkreis gewählt werden sollte und dafür Personen gesucht wurden, die Tradition und "Neuanfang" verkörperten, stand sie dafür zur Verfügung und wurde eine unserer ersten Bundessprecherinnen in einer Zeit, in der wir der Diffamierung des Antifaschismus als "diskreditiert" und "überkommen" entgegentreten mussten. Sie hat einen großen Anteil daran, dass das gelungen ist.

Zum 50. Geburtstag der VVN richtete sie zusammen mit Peter Gingold einen bewegenden "Appell an die Jugend": https://perlavitamovie.files.wordpress.com/2013/08/appell-an-die-jugend-vers-2005-esther-bejarano-und-peter-gingold-doc.pdf

Als im November 2019 das Finanzamt für Körperschaften in Berlin unsere Gemeinnützigkeit bestritt, schritt sie mit ihrem flammenden Appell an Olaf Scholz "Das Haus brennt und Sie sperren die Feuerwehr aus" ein und verbreiterte die öffentliche Debatte. Damit hat sie wesentlich zu unserem Erfolg in dieser Auseinandersetzung beigetragen.

Nun ist die unermüdliche "Zeitzeugin" gegen Vergessen des historischen und Verharmlosen des aktuellen Faschismus, Mahnerin und Kämpferin für Menschenrechte, Frieden und eine solidarische Gesellschaft von uns gegangen. Sie wird uns fehlen, vielen von uns auch als verlässliche Freundin.

Wir denken an sie in Dankbarkeit, Trauer und Liebe.

Nehmen wir ihre letzte öffentliche Botschaft als Vermächtnis und arbeiten wir weiter daran, dass der 8. Mai endlich auch in Deutschland ein Feiertag wird, so wie sie es in ihrer Rede am 3. Mai noch einmal vorgetragen hat:

"Ich fordere: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes. Am 8. Mai wäre dann Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken: Über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und Schwesterlichkeit."

VVN-BdA Hamburg

Op'n Padd in St. Georg

Sonntags morgens wird bei NDR 90,3 Plattdeutsch gesprochen. Bei der Ausgabe am 13.6.2021 von »Wi snackt platt« ging es eine halbe Stunde lang um unseren Stadtteil.

Für diejenigen, die Platt verstehen oder es mal probieren wollen, gibt's die Sendung im Archiv des NDR zum Nachhören.

Stolpersteine Ausstellung Online

Vor 10 Jahren haben wir mit der Veranstaltungsreihe »verschleppt - ermordet - vergessen« (Programm) den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Hierzu wurden an 20 Orten im Stadtteil Plakate angebracht, die an Menschen erinnern, die dort gelebt oder gearbeitet haben. Zum 10-jährigen Jubiläum möchten wir Ihnen diese Ausstellung nun online anbieten, um das Andenken an diese Personen aufrecht zu erhalten. Alle Plakate mit Kurzbiografien finden Sie auf unserer Stolperstein Seite.

Schaufensterausstellung

Das Stadtteilbüro der Geschichtswerkstatt war monatelang Corona-bedingt für Interessierte nicht geöffnet; Live-Veranstaltungen konnten nicht durchgeführt werden. Aus diesem Grund haben wir unser Schaufenster am Hansaplatz 9 genutzt, um anstelle von Veranstaltungshinweisen St. Georger Geschichte zu präsentieren.

Thematisiert wurde beispielsweise die 400jährige Geschichte des »Nähmaschinenhauses« in der Langen Reihe. Ferner gab es Anregungen, Erläuterungen und Bilder zu einem individuellen Rundgang zu Kunstwerken im öffentlichen Raum St. Georgs. Und natürlich haben wir anlässlich des 8. Mai, des Tages der Befreiung vom Nationalsozialismus, der Lebensgeschichten von NS-Opfern gedacht, für die rund um den Hansaplatz Stolpersteine verlegt wurden.

Die Gestaltung der Schaufenster wollen wir weiter fortführen. Seien Sie neugierig und werfen Sie hin und wieder mal einen Blick auf neue Ausstellungen und Informationen im Fenster unseres Stadtteilbüros am Hansaplatz 9.

Homepage Update

Unseren regelmäßigen Besuchern ist es sicherlich gleich aufgefallen. Hier sieht doch plötzlich alles ganz anders aus?!

Wir haben nicht nur Online-Frühjahrsputz gemacht, sondern gleich eine komplett neue Technik an den Start gebracht. Diese ermöglicht es, unsere Angebote noch klarer zu kommunizieren und unsere Informationen leichter auffindbar zu machen.

Probieren Sie es doch gleich aus. Viele Überraschungen erwarten Sie unter den einzelnen Menüpunkten.

Viel Spaß beim Entdecken!

Rundgang auf eigene Faust

Kunst am Wegesrand

Obwohl wir derzeit keine Führungen anbieten, kann sich jeder selbständig auf den Weg machen, die Kunst am Wegesrand in St. Georg zu bestaunen und sich darüber zu informieren. Wir wünschen viel Spaß und hoffen, euch bald bei einem Rundgang mit vielen Teilnehmern wiederzusehen. Klicken Sie einfach auf unser Plakat und schon geht die Reise los.

Zum Rundgang gelangen Sie über einen Klick auf den Flyer rechts. Sie können ihn aber auch als PDF zum Ausdrucken und Mitnehmen downloaden.

Geburtstag

Unsere Geschichtswerkstatt wurde am 6. Dezember 2020 30 Jahre alt.

Zu diesem Jubiläum haben wir eine kleine Broschüre erstellt, die hier als Download (PDF-Datei, 750 kB) bereitsteht. Viel Spaß bei der Lektüre.

Forum Kollau

Das Forum Kollau – die Geschichtswerkstatt für die Stadtteile Lokstedt, Niendorf und Schnelsen, hat die Pandemiezeiten gut genutzt und eine Idee entwickelt: einen Aufruf, in den Schubläden, auf den Böden und in den Kellern nach schlummernden Materialien zur Stadtteil-, Haus-, Vereins-, Familiengeschichte usw. Ausschau zu halten und sie der Geschichtswerkstatt zur Archivierung bzw. Digitalisierung zumindest vorübergehend zur Verfügung zu stellen.

Wir machen uns diese Anregung als St. Georger Geschichtswerkstatt gerne zu eigen und rufen dazu auf, Erinnerungen aller Art und damit die Stadtteilgeschichte zu sichern und bei uns »vorbeizubringen«.

Mehr dazu ist dem Papier des Forums Kollau (PDF-Datei) vom Januar 2021 zu entnehmen.

Forum Kollau