Zeitsprünge

 

1609

1933: Zerschlagung der demokratischen Strukturen

 

Nur wenige Tage nach der Machtergreifung durch die Nazis wurden die demokratischen Strukturen zerschlagen. Insbesondere waren auch die Arbeiterparteien und die Gewerkschaften betroffen. So wurde auch das "Kommunelokal" der KPD des Kneipiers Scheibel in der Rostocker Straße ein frühes Opfer faschistischer Gewalt. Nachdem die Nazis am 1-Mai 1933 einen "Tag der nationalen Arbeit" inszeniert hatten, besetzten sie am darauf folgenden Tag das Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof und die gewerkschaftseigene Volksfürsorge sowie eine Reihe anderer Einrichtungen der Arbeiterbewegung.

 

Am 30. Mai 1933 fand auf dem Lübeckertordamm eine zweite Bücherverbrennung in Hamburg statt. Am 1. April 1933 bereits organisierten die Nazis den ersten Kaufboykott gegenüber jüdischen Geschäften. 1938 zerstörten sie ein bis zwei Dutzend Schaufensterscheiben von Läden auf dem Steindamm und die "Synagoge Agudas Esauw zu Hamburg St. Georg e.V." am Steindamm 77. Die "Arisierung" von St. Georger Geschäften und Apotheken und schließlich die Deportation jüdischer Nachbarn ab 1941 folgten.

 

Der von den Nazis systematisch herbeigeführte Krieg kam bald in die St. Georger Wohnstuben zurück. Am 5 Juli 1940 zerstörte die erste Bombe auf den Stadtteil das Gebäude Steindamm 42/44 und damit das beliebte "Café Baur". Während St. Georg-Süd, d. h. Hammerbrook und Klostertor, während der Bombardements Ende Juli/August 1943 zu mehr als 90% ausradiert wurden, blieb St. Georg-Nord weitgehend erhalten.