Zeitsprünge

 

1609

1900: Vom Friedhofsgelände zum Hauptbahnhof

 

Die Eröffnung des Hauptbahnhofs 1906, auf den ehemaligen Begräbnisplätzen von St. Jacobi und St. Georg, bedeutete einen grundlegenden Einschnitt in das Gefüge St. Georgs. Der Stadtteil St. Georg entwickelte sich in der Folge zu einem typischen Bahnhofsviertel.

 

Mit dem Bahnhofsneubau wurden die bisher selbständigen Stationen der Verbindungsbahn, der Berliner-, der Lübecker- und der Hannoverschen-Eisenbahn unter einem Dach zentralisiert. Das Gebäude des Hauptbahnhofs war einerseits mit seiner Glas-Eisen-Konstruktion ein von zeitgenössischen Kritikern hoch gelobtes Beispiel moderner Zweckarchitektur, andererseits war dieser technische Kern ohne repräsentative Umkleidung zu seiner Zeit kaum vorstellbar gewesen. Aufgrund kaiserlicher Interventionen nutzte man hierzu nicht die geplanten Jugendstilelemente sondern einen historisierenden Renaissancestil.

 

Rund um den neu entstandenen Verkehrsknotenpunkt entwickelte sich schnell ein Milieu aus Hotels, Gaststätten und anderen Vergnügungsbetrieben, das nicht von den Wünschen der Anwohner, sondern von den Bedürfnissen der an- und abreisenden Fahrgäste bestimmt wurde. Die Kirchenallee verlor ihr ehemals beschauliches Gesicht; es entstand die uns heute vertraute Fassade aus Hotels, Gaststätten, Theater und Biberhaus.