Zeitsprünge

 

1609

1878: Das Geschäft mit dem Borgesch

 

Der Hansabrunnen - Zentrum des Hansaplatzes - wurde 1878 eingeweiht. Verantwortlich für dieses Projekt war die "Hanseatische Baugesellschaft", die mit der Stadt Hamburg ein - wohl für beide Seiten - profitables Geschäft abgeschlossen hatte. Die Gesellschaft erhielt die Baugrundstücke des Borgesch, die Gegend um den heutigen Hansaplatz, musste im Gegenzug dazu die Kosten für die Erschließung mit Straßen, Sielen, Gasleitungen und Straßenbeleuchtung übernehmen. Die eindeutigen Verlierer waren die Zimmerer und anderen kleinen Leute, die den Borgesch bisher bewohnt hatten. Sie wurden gegen ihren Willen vertrieben. An sie erinnern heute nur noch zwei Straßennamen: Borgesch und Zimmerpforte.

 

Der zentrale Platz wurde zum Hansaplatz. Die Hauptfigur des Brunnens verweist allegorisch auf die Hanse, symbolisiert also die mittelalterliche Handelsgesellschaft der Städte und ihrer Bürger. Die neu entstandenen Straßen wurden nach bedeutenden Hansestädten benannt, deshalb also Danziger, Greifswalder, Revaler, Rostocker und auch Soester Straße.

 

Hansaplatz und Hansabrunnen entwickelten sich zu einem Zentrum des bürgerlichen Lebens im Viertel - heute hingegen gilt der Platz als Inbegriff des sozialen Elends und des "Drogenviertels" St. Georg.