Zeitsprünge

 

1609

1842: Die Entwässerung des Hammerbrooks

 

Von 1842 an wurde nach Plänen des englischen Ingenieurs William Lindley ein Teil des Marschgebiets des Hammerbrooks entwässert und mit dem Schutt aus der im selben Jahr abgebrannten Innenstadt aufgeschüttet, um in großem Umfang bebaut zu werden.

Binnen kurzer Zeit entstand so eines der größten Arbeiterviertel Hamburgs: Ein rechtwinkliges System aus Straßen und Kanälen, gesäumt von großen Mietskasernen, deren Höfe nur wenige Meter breit waren. Hier fanden vor allem die Menschen, die nach 1881 der Hafenerweiterung und dem Bau der Speicherstadt weichen mussten, eine neue Unterkunft.

 

"Jammerbrook" wurde das dicht bevölkerte Gebiet genannt. "Ein hässliches Wirrwarr von Wohnhäusern, Lagerplätzen, Fabriken, Eisenbahnanlagen, schmutzigen Kanälen und Pferdeställen, untermischt mit grauen Mietskasernen", so beschrieb das sozialdemokratische "Hamburger Echo" das Bauspekulationsgebiet.

Trotz dieser tristen, lichtlosen und engen Verhältnisse entwickelten die Bewohner eine starke Verbundenheit zu ihrem Quartier. Das Proletarierviertel, das zum Ruf des "roten Hamburgs" beitrug, wurde durch die britischen Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg (Operation Gomorrha, 1943) fast vollständig zerstört. An das alte Hammerbrook erinnern heute - angesichts der Entstehung der neuen "City-Süd" - nur noch wenige Gebäude und die Bezeichnungen der meisten Straßenzüge.