Zeitsprünge

 

1609

1800: Von der Vorstadt zum Stadtteil

 

Die sich zunehmend im Stadtteil ansiedelnden betuchteren Bürger versuchten verstärkt gleichberechtigte Bürger der Stadt Hamburg zu werden. 1830 erhielt St. Georg den Status einer Vorstadt. So hatten die Bürger St. Georgs zwar Steuern zu entrichten, besaßen aber keinerlei politische Mitspracherechte. Zwischen 1816 und 1848 versuchte das St. Georger Besitzbürgertum in Flugschriften politische Rechte einzuklagen. Steuerlasten und Torsperre belasteten aber vor allen die Besitzlosen.

 

Noch bis 1860 waren Sperrschillinge zu zahlen, wenn man nach Einbruch der Dämmerung das Tor zwischen Hamburg und St. Georg - den einzigen Durchlass - überqueren wollte. Während der revolutionären Ereignisse 1848 wurde das Steintor kurzerhand in Brand gesetzt. 1860 schließlich wurde die Torsperre aufgehoben und 1868 verkündete der Senat die vollständige Vereinigung der Vorstadt mit Hamburg.

 

Dies führte zu einem rapiden Anstieg der Bevölkerungszahlen. Lebten 1868 noch 21 000 Menschen im Viertel, so waren es 1880 bereits 60 000. St. Georg entwickelte sich schnell zu einem Stadtteil, in dem vor allem der Mittelstand, d.h. kleine Gewerbetreibende, Handwerker und akademische Berufe dominierten. Es konstituierten sich St. Georger Bürgervereine, die unterschiedliche politische Gruppierungen und bürgerliche Schichten vertraten, in der Abwehr der aufkommenden Sozialdemokratie jedoch einig waren.