Zeitsprünge

 

1609

1609: Galgen, Bleichwiesen und Schweinekoven

 

Bis ins 17. Jahrhundert waren Ansiedlungen außerhalb der hamburgischen Wallanlagen verboten, dies galt auch - mit Ausnahme des Siechenhauses - für St. Georg. Dennoch gab es wilde Ansiedlungen. Die Stadt Hamburg wurde zu eng. Im Lauf der Zeit zogen immer mehr Betriebe und zunehmend auch die dort Beschäftigten auf die Wiesen St. Georgs.

Vor allem im 17. Jahrhundert nahm die Zahl der Betriebe wie der Pulver-, der Lohmühle oder der Bleichwiesen zu. Bis auf eine Ansiedlung von Schweinezüchtern direkt neben der Abdeckerei und einigen Hütten der Zimmerleute am Borgesch, bestand das restliche Gebiet noch weitgehend aus Ackerland und Wiesen. 1609 wurde hierhin der hamburgische Galgen verlegt, zu dem man über den "Armesünderdamm" dem Steindamm, gelangte.

Eine ganz andere Bedeutung bekam die gepflasterte Straße nach 1652. Der Steindamm sowie die Große Allee (heute Adenauerallee) wurden zu baumgesäumten Spazierwegen für die mittlerweile zahlreichen Hamburger Ausflügler hergerichtet. Die vielen Betriebe machten die Einbeziehung St. Georgs in die Befestigung der Stadt schließlich unumgänglich. Daher wurde zwischen 1679 und 1681 ein zweiter, vorgelagerter Wall, das "Neue Werk" auf der Höhe des heutigen Krankenhauses St. Georg errichtet.